Sommerurlaub 2025


Eigentlich richte ich mich bei der Törnplanung auch immer etwas nach Wind und Wetter. Doch diesmal scheint das Wettermodell von Windfinder sehr unzuverlässig zu sein. Ständig wechseln die Vorhersagen von Wind auf kein Wind, von Ostwind auf Westwind und von Sonne auf Regen und andersrum. Windy ist auch nicht besser. Deshalb fahre ich dieses Jahr wieder nach Rügen. Hier hat man bei jedem Wetter Möglichkeiten.
Ausgangspunkt soll wieder die Marina Neuhof bei Stralsund sein. Die ersten 1½ Wochen werde ich allein sein, dann kommt meine Tochter für ein paar Tage mit aufs Boot. Die Anreise teile ich diesmal in zwei Etappen. Am ersten Tag geht es nur bis Altes Lager, einen kleinen Ort östlich von Treuenbrietzen. Hier hat der Drachen- und Gleitschirmflieger-Club Berlin ein Schleppgelände. Das Wetter ist heute super und einige Male muss ich mit getretenem Beschleuniger und angelegten Ohren aus der Thermik flüchten, da seit der Eröffnung des neuen Berliner Flughafens die Obergrenze für Gleitschirmflüge bei 1650 Metern liegt. Nach einer Übernachtung im Boot auf dem Trailer geht es am nächsten Tag weiter zur Marina Neuhof.
Durch die Teilung der Anfahrt komme ich zeitig an und habe viel Zeit zum slippen, Mast stellen und einräumen. Das Auto schiebe ich auf dem Parkplatz mit dem Heck tief unter ein Gebüsch, um den Gleitschirm vor den hohen Temperaturen zu bewahren, die bei Sonnenschein im Auto entstehen. Das Wetter ist traumhaft, gar nicht zu glauben, dass es die nächsten Tage regnen soll.

Montag, 21.07.2025
Das Wetter ist tatsächlich vorerst noch schön. Mit dem Frühstück kann ich mir Zeit lassen, die Ziegelgrabenbrücke öffnet erst 12:20 Uhr. Bei schwachem Ostwind geht es anschließend los zur Brücke, wo ich mich in die Schlange der Boote einreihe, die hier schon wartend vor der Brücke kreisen.
Nach der Passage fahre ich zur Tankstelle, zwei meiner vier Kanister hatte ich auf der Fahrt gestern vergessen voll zu machen. Der Himmel ist inzwischen mit Wolken bedeckt und seit einiger Zeit nieselt es, jetzt wird der Regen stärker. Ich beschließe hier in der City Marina zu bleiben. Vom großen Schwung der Boote, die mit mir die Brücke passiert haben, ziehen die ersten bereits erfolglos von dannen, aber ich finde noch am innersten Ende von Steg 7 eine Lücke, in die ich mich mit meinen 2 Metern Breite gerade so quetschen kann.

Die Liegegebühr kann ich mit dem Smartphone bezahlen und erhalte so gleich den Zugangscode zum Sanitärgebäude, auf den Hafenmeister hätte ich bis 16:00 Uhr warten müssen.

Dienstag, 22.07.2025
Am Morgen regnet es immer noch. Ich schlafe lange, dann gibt es Frühstück mit den Brötchen, die ich gestern Abend noch gekauft habe. Langsam wird es auch im Boot nass. Irgendwo muss man die nasse Regenjacke ja ablegen und der Steuerbord-Backskistendeckel ist auch nicht dicht. Langsam saugt sich das Polster der Steuerbordhundekoje voll. Eine über den Baum gespannte Regenplane bringt hier leider erst zu spät etwas Besserung. Essen tue ich heute im Subway am Neuen Markt und anschließend gehe ich ins Kino, wo ich während "Drachen zähmen leicht gemacht" als Realverfilmung meine Jacken trocknen kann, die ich auf den freien Nachbarsitzen ausbreite.

Mittwoch, 23.07.2025
Heute ist das Wetter wieder schön. Wind aus Süd mit Windstärke 3 bis 4, genau richtig für die Fahrt nach Hiddensee. 10:00 Uhr geht es los. Schmetterling, anfangs noch mit gerefftem Groß, aber das ist eigentlich gar nicht nötig, später reffe ich aus. Die Strecke bin ich schon oft gesegelt. Beim Blick auf das Großsegel stelle ich fest, dass eine Segellatte halb aus dem Achterliek ragt. Die Naht der Lattentasche ist auf 20 cm Länge aufgerissen. Ich rette erst mal die Segellatte und segle mit leicht killendem Achterliek weiter.
Dank der super Bedingungen bin ich schon 14:30 Uhr in Vitte Lange Ort und finde am Steg am Ufer noch einen freien Platz. Auch an den anderen Stegen sind um diese Zeit noch einige Plätze frei, vielleicht hat auch der Dauerregen der letzten Tage einige Dauerlieger vertrieben. Nach einem Kaffee beginne ich das Segel zu nähen. Das dauert, da ich mit Zange nähen muss. Erst mit der Zange die Nadel in das Segel hineinstechen, dann mit der Zange die Nadel auf der anderen Seite rausziehen. Selten, dass es mal ohne Zange geht, obwohl ich die alten Löcher wiederverwende. Ein Segelmacherhandschuh wäre eventuell praktisch, aber so etwas besitze ich nicht. 3 Stunden benötige ich, dann ist die Latte wieder sicher verstaut. Vielleicht sollte ich doch mal über ein neues Großsegel nachdenken. Ich habe das Boot jetzt 15 Jahre, und schon beim Kauf waren die Segel ziemlich alt.

Donnerstag, 24.07.2025
Heute soll es nach Glowe gehen. Aber schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen sehe ich, dass eine Nebelwand von SW heranzieht. Kaum in der Fahrrinne, hüllt sie mich völlig ein. Obwohl es nur eine dünne Nebelschicht über dem Wasser ist und beim Blick nach oben die Sonne und der blaue Himmel zu erahnen ist, ist die Sicht gleich Null. Langsam taste ich mich nach Kompass die Fahrrinne entlang. Eine Zeit lang kann ich mich auch an den Schaumstreifen eines Fahrgastschiffes orientieren, dass mich überholt. Ab Abzweig nach Kloster beschließe ich, zu ankern. Etwas abseits der Fahrrinne mache ich den Anker klar. Aber als ich ihn endlich angeschäkelt habe, reißt der Nebel auf, und ich kann weiter fahren.
Der Wind kommt mit Stärke 3 aus West. Die Sonne scheint und ich lege die noch vom Regen nassen Polster raus, um sie zu trocknen. Als ich die Kühlbox anschließen will baue ich aus Versehen einen Kurzschluss. Glücklicherweise ist der Pinnenpilot in einer Stellung stehen geblieben, in der das Boot anstandslos weiter gerade aus läuft, und ich kann in Ruhe die Sicherung wechseln.

Vorbei geht es am Bakenberg und um Kap Arkona. Der Wind lässt nach und ich tausche die 5 Quadratmeter Fock gegen die 8 Quadratmeter Genua. Auf See immer ein etwas mühsames Unterfangen und man muss sehr aufpassen, dass nichts ins Wasser fällt. Zwischendurch ist auch mal kurz Flaute, aber der Wind kommt wieder. Jetzt auch mit einer kleinen Südkomponente, so dass ich in der Tromper Wiek in Richtung Glowe ziemlich hoch am Wind fahren muss. Nach mehrmaligem Wenden sind die Polste nun getrocknet und ich kann sie wieder in der Kajüte verstauen.
Gegen 17:00 Uhr laufe ich in den Hafen ein. In der östlichsten Ecke des Hafens sind ein paar Boxen für kleinere Boote, nachteilig ist nur, dass man ziemlich weit zur den Sanitärgebäuden laufen muss.
Noch ein Bad in der Ostsee, ein Eis im Arkonablick - das wars für heute.

Freitag, 25.07.2025
Da die Tankstelle gerade besetzt ist, fülle ich einen 5 Liter Kanister. Heute soll es nach Sassnitz gehen, das ist nicht weit. Der Wind kommt immer noch aus West mit Stärke 3, das ist erst mal günstig, später wäre eine kleine Nordkomponente nicht schlecht. Vorbei geht es an Lohme und an den Kreidefelsen. Nicht nur die erwünschte Nordkomponente bleibt aus, sondern irgendwann bleibt der Wind komplett aus und ich fahre die restlichen Meilen unter Motor. 15:00 Uhr mache ich in Sassnitz in einer der kleinsten, für mich aber immer noch riesigen Box fest.
Ich gehe in die Stadt Lebensmittel kaufen. Der Backfisch, den ich dann in einem Imbiss in der Ladenstraße esse, ist allerdings eine Enttäuschung: Innen kalt und noch halb roh. Dafür entdecke ich beim anschließenden Gang durch die Stadt noch eine richtig schöne Ecke: Im Norden von Sassnitz gibt es kleine Gassen und viele Gebäude aus der Zeit der Bäderarchitektur und es herrscht ein fast mediterranes Flair.

Sonnabend, 26.07.2025
Heute soll es zum Königsstuhl gehen. Zu Fuß gehe ich los, vom Gleitschirm fliegen habe ich noch mein Wanderschuhe dabei. Zuerst die Strandpromenade, dann durch den mediterranen Stadtteil, zu einem kleinen Parkplatz ganz im Norden von Sassnitz. Die Ausschilderung innerhalb der Stadt ist etwas wirr, am besten geht man einfach nach Gefühl. Am Parkplatz beginnt der Wanderweg, selten gerade aus, sondern fast immer bergauf oder bergab. Alle paar 100 Meter mit Ausblick aufs Meer.

Die Hinweise, nicht zu nahe an den Rand der Steilküste zu gehen, sollte man ernst nehmen. Auf scheinbar noch festem Boden stehend, befindet man sich manchmal schon auf dem überstehenden Teil der Steilküste.

Den Blick vom Königsstuhl für 12 Euro spare ich mir. Die Aussicht vom Viktoriablick ist spektakulär genug. Der Abgang zum Strand direkt hier am Königsstuhl, den ich von meinem Letzten Besuch 2012 in Erinnerung habe, existiert scheinbar nicht mehr. Man muss 3 Kilometer auf dem Hochuferweg zurücklaufen, erst dann kann man an den Strand. Aber die restlichen 5 Kilometer am Strand sind mühsam genug. Mit jedem Schritt sinkt man in den Kies ein. Ziemlich Ko komme ich am Nachmittag wieder am Boot an.

Sonntag, 27.07.2025
Laut Wetterbericht hatte ich fast Sorge, dass es heute zu windig ist. Die Realität sieht anders aus: Statt Wind 4 aus West herrscht Flaute. Hierbleiben ist auch keine Option, also Motor. Wenigstens habe ich so die Gelegenheit den Laptop zu landen, ohne den Strom von der Lichtspule mach die Batterie recht schnell schlapp. Irgendwann auf dem Weg zum Nordperd ringe ich einem leisen Windhauch aus Ost zwei Meilen unter Segel ab. Und später südlich von Thissow noch mal 3 Meilen.
17:00 Uhr lege ich in Lauterbach an. Dass heute Sonntag ist, merke ich erst als ich beim EDEKA vor der verschlossenen Tür stehe.

Montag, 28.07.2025
Am Morgen hole ich meinen Einkauf von gestern Abend nach. 9:45 geht es los. Der Wind kommt mit 3 aus Nord, ideal für den Kurs in Richtung Strelasund. Schönes Segeln. Der Wind nimmt zu. Erst binde ich das erste Reff ein, dann das zweite und zum Schluss rolle ich sogar die Fock ein. Voraus ist schon die Tonnenreihe der Einfahrt in den Strelasund zu sehen. Abkürzen, um Weg zu sparen darf ich aber nicht zu sehr. Vor Jahren hatte ich hier mal Grundberührung.

Dann ist die Einfahrt in den Sund erreicht. Andere Boote kreuzen hier hoch, aber bei Windstärke 5 tue ich mir das nicht an. Es ist auch mit Motor schon mühsam genug. Zum Glück ist es nicht ganz so anstrengend wie vor 5 Jahren, als ich die Strecke mit meinem Sohn fuhr. Damals war der Gegenwind noch stärker und es regnete. Wir hatten in Stahlbrode abgebrochen. Diesmal fahre ich wie geplant nach Gustow. Gegen halb vier lege ich an. Die Chipkarte, die ich heut früh in Lauterbach vergaß abzugeben, kann ich hier weiterverwenden, da beides "Im Jaich"-Häfen sind. Hier in der Bucht ist es erstaunlich ruhig und ich kann nach einem Kaffee noch in Ruhe an nahen Strand baden gehen. Das Wasser ist hier wesentlich wärmer als in Glowe.

Dienstag, 29.07.2025
Heute lege ich nochmal einen Ruhetag ein. Der Hafen ist schön und ich mache einen Spaziergang an das westliche Ende der Halbinsel, das heißt ich versuche es. Das eine Mal endet der Weg an einem Feld, das nächste mal vor einem Zaun. Was ist ein "Spülfeld"? Das Betreten sei lebensgefährlich, warnt ein Schild. Zurück gehe ich einen sehr schönen schmalen Weg am südlichen Ufer.

Mittwoch, 30.07.2025
Der Wind weht noch stark, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie vorgestern. Kurz nach 10 Uhr lege ich ab. Die ersten zwei Meilen unter Motor, dann Segel, nur das Groß im 2. Reff. Bis zur Ziegelgrabenbrücke ist es nicht weit. Ich habe noch viel Zeit bis zur Brückenöffnung und segle deshalb nur so aus Spaß ein bisschen hin und her. Höhe zu segeln ist allerdings nur mit Groß im 2. Reff sehr mühsamm.
Nach der Fahrt durch die Brücke tanke ich 3 Kanister voll, dann geht es weiter in Richtung Schaprode. Der Wind hat nachgelassen, fast Flaute. Abgesehen von hin und wieder durchziehenden Regenschauern, während derer der Wind wieder auf Stärke 5 auffrischt. So bin ich die nächste Zeit gut beschäftigt mit ein- und ausreffen. In der Summe geht es durch die Flautenphasen allerdings nicht allzu schnell voran, so dass ich erst gegen 18 Uhr in Schaprode einlaufe, gerade noch rechtzeitig, um vom Hafenmeister den Schlüssel zum Sanitärgebäude zu bekommen, bevor er Feierabend macht.

Donnerstag, 31.07.2025
Im Hofladen kaufe ich frische Brötchen fürs Frühstück, dann geht es weiter nach Hiddensee/Vitte, wo heute Abend 21 Uhr meine Tochter mit dem Fahrgastschiff ankommt. Da ich zeitig ankomme, sind noch viele Liegeplätze frei. Bei meinem ersten Hiddensee-Aufenthalt in diesem Urlaub habe ich fast die ganze Zeit am Segel genäht, heute kann ich eine ausgiebige Wanderung machen. Über Kloster und Grieben geht es zum Endorn.

Dann am Leuchtturm vorbei und über die schon länger als ein Jahr gesperrte, aber immer noch begangene Treppe runter zum Strand und am Strand zurück nach Vitte. Dann ein Nachmittagskaffee und Einkaufen.

Als ich zum Hafen laufe, um meine Tochter ab zu holen, kommt sie mir schon auf halber Strecke entgegen. Das Fahrgastschiff kam 20 Minuten zu früh und fuhr auch 20 Minuten zu früh wieder ab. Ich frage mich, was die Leute machen, die noch von Vitte bis Kloster mitfahren wollten und sich auf die Fahrplan verlassen haben. Naja, viele sind es sicher nicht und allzu weit ist es von Vitte nach Kloster auch nicht, notfalls müssen sie laufen. Von nun an sind wir jedenfalls wieder zu zweit.

Freitag, 01.08.2025
Heute soll es nach Ralswiek zu den Störtebeker Festspielen gehen. Nach dem Frühstück geht es los. Der Wind ist ideal, 4 bis 5 aus West. Heute ohne Nebel. Gleich in der Fahrrinne nach Vitte setzen wir die Segel, das Groß vorerst im 1. Reff. Vorbei am Bug und der Wittower Fähre. Bei Breege rechts ab in den Großen Jasmunder Bodden, ab hier ist Halbwindkurs. Der Wind lässt etwas nach, so dass wir das Reff rausnehmen können. Am Ende der Tonnenreihe nehmen wir direkt Kurs auf Ralswiek, die beiden Ansteuertonnen lassen wir an Backbord liegen. Es empfiehlt sich allerdings, Kurs auf die rote Tonne am Beginn des Fahrwassers nach Ralswiek zu nehmen, weil außerhalb des Fahrwassers ein undurchsichtiges Gewirr von Netzfahnen lauert.
In Ralswiek sind zumindest für kleinere Boote noch ausreichend Boxen frei. Allerdings erfahren wir vom Nachbarlieger, dass in der Box, in der wir zuerst festmachen, üblicherweise ein Angelboot liegt. Als belegt gekennzeichnet ist die Box nicht, aber wir wechseln trotzdem in eine andere, in der wir dann nach Anmeldung beim Hafenmeister auch liegen bleiben können. Später macht in der ersten Box tatsächlich ein Angelboot fest.
Wir trinken Kaffee, kaufen die Karten für die Vorstellung und machen Abendbrot. Ein paar Regentropfen fallen noch, aber als die Vorstellung beginnt, haben sich alle Regenwolken verzogen. Die Vorstellung ist dieses Jahr besonders actionreich und wie immer sehr sehenswert.

Sonnabend, 02.08.2025
Bisher hatten wir die Frühstücksbrötchen für Ralswiek immer am Vortag gekauft. Diesmal hatten wir es vergessen, aber man kann auch in Ralswiek Brötchen kaufen. Der Laden befindet sich in unmittelbarer Hafennähe, etwas unscheinbar in einem Einfamilienhaus.
Der Wind kommt immer noch aus West, so das wir bis kurz hinter Breege segeln können. Mit Motor geht es weiter gegen den Wind. Der kommt uns mit Stärke 4 entgegen, die Wellen sind noch moderat. Auf dieser Strecke hatten wir in den letzten Jahren immer Gegenwind, meist schlimmer.
Kurz nach 15 Uhr laufen wir in Vitte ein, das dritte mal in diesem Urlaub.

Sonntag, 03.08.2025
Am Dienstag Abend müssen wir zu Hause sein. Eigentlich hatten wir vor, heute außen um Hidden nach Barhöft und morgen weiter nach Neuhof zu segeln. Aber heute ist Südwest mit Stärke 5 angesagt, Spaß machen würde das nicht. Einfach darauf hoffen, das es nicht ganz so windig wird wie angekündigt, möchte ich auch nicht, auch wenn das in letzter Zeit meist so war. Deshalb bleiben wir heute auf Hiddensee, das ist ja auch nicht schlecht.
Am Hafen mieten wir Fahrräder und fahren damit in Richtung Süden. Dort waren wir selten, zu Fuß geht man ja doch meist in Richtung Dornbusch, weil das näher ist. Auf einer gepflasterten Straße geht es über Wiesen und durch Wald nach Neuendorf. Hinter Neuendorf geht es über unbefestigte Wege mit vielen Sandkuhlen zum Leuchtturm Gellen. Weiter geht es nach Süden durch die Heide, bis man nicht mehr weiter darf. Eine Weile sitzen wir am Strand, zum baden ist es zu kalt, irgendwann beginnt es zu nieseln und fahren wir zurück.

Montag, 04.08.2025
10:30 Uhr legen wir in Vitte ab, die Brückenöffnung der Ziegelgrabenbrücke 15:20 Uhr sollte also zu schaffen sein. Der Wind kommt allerdings aus Süd bis Südwest, deshalb unter Motor, nach dem Versuch dem Wind hoch am Wind einige Meilen abzuringen. Später dreht der Wind auf West und wird stärker, so dass wir wieder die Segel nehmen.
Bei dem wenigen Wind am Anfang haben wir etwas Zeit verplempert. Ein Blick auf die Uhr und die Seekarte verrät, dass wir uns beeilen müssen. Deshalb lassen wir auch nach Zunahme des Windes auf 5 die Segel in voller Größe stehen. Auf einem schönen Halbwindkurs mit ziemlich viel Schräglage erreichen wir zwischen 5 und 6 Knoten. So schnell sind wir selten. Gerade so erreichen wir den Brückenzug und nach der Brücke geht es unter Segel weiter. 17:00 Uhr legen wir in der Marina Neuhof an.

Dienstag, 05.08.2025
Wieder einmal heißt es abriggen, einpacken und slippen. Als wir ins Auto steigen und uns auf den Heimweg machen, beginnt es zu regnen. Aber das stört uns jetzt nicht mehr. Mal sehen, wohin die nächste Reise geht.

Boot

Typ: FAM
Länge über Alles: 5,40 m
Breite über Alles: 2,05 m
Tiefgang ohne/mit Schwert: 0,3/1,1 m

Segelfläche:

Großsegel: 10,7 Quadratmeter
Fock: 4,5 Quadratmeter
Genua: 8,3 Quadratmeter

Verdrängung: etwa 750 kg

Motor: Außenbord, 4 PS, Zweitakt, 2,8 Liter Einbautank

Elektrik:

Batterie: 12 V, 12 Ah
Ladung über Solarpanel: 50 W, Fläche 65 cm × 50 cm und Lichtspule: 60 W
BSH-Beleuchtung (Zweifarblaterne, Hecklicht, Toplicht)
Pinnenpilot Raymarine ST1000 Plus
4 W Leuchtstoffröhre zur Kajütbeleuchtung
für diverse Ladegeräte (Handy, Kamera, Laptop, Funk) ein selbst gebauter Rechteck-Wechselrichter
Eigenbau-Peltier-Kühlbox 12 W

Törndaten

Gesamtstrecke: 183 Seemeilen
gesegelte Strecke: 122 Seemeilen
Strecke unter Motor: 71 Seemeilen
Benzinverbrauch: 30 Liter